Das bieten wir an

Unsere Leistungen

Freestyle ist ein freier Träger der Jugendhilfe, der seinen Schwerpunkt auf die Arbeit mit jungen Menschen gelegt hat, die oftmals in bestehenden Hilfesystemen nicht angekommen sind oder wiederholt Beziehungsabbrüche erleben mussten. Wir bieten unseren Jugendlichen kontinuierliche Beziehungsangebote und hohe Flexibilität in der Ausgestaltung der Hilfeangebote, welche im Folgenden aufgeführt werden.

Stationäre Hilfe

§§34, 35, 35a i.V.m. 41 SGB VIII

Freestyle bietet in verschiedenen Stadtteilen Berlins betreutes Einzelwohnen an. Dabei handelt es sich um Wohnungen mit einem oder zwei Plätzen. Ziel ist es, junge Menschen bei der Verselbständigung zu begleiten, ihre Entwicklung zu einer eigenständigen Persönlichkeit zu fördern und ihnen Stabilität zu geben, damit sie ihre selbstbestimmten Ziele für ein eigenständiges Leben erreichen können. 

Über diesen „klassischen“ BEW-Bereich hinaus, bieten wir auch betreutes Einzelwohnen für Jugendliche an, die in anderen Wohnsettings nicht zu halten sind. In der Arbeit mit schwierigeren und komplexen Jugendhilfefällen sind wir sehr erfahren. Unser Angebot ist niedrigschwellig und akzeptierend gestaltet: Junge Menschen werden so angenommen, wie sie sind, unabhängig von ihrer aktuellen Lebenssituation. Wir bewerten sie nicht anhand ihres Verhaltens, sondern begegnen ihnen wertschätzend und orientieren unsere Arbeit an ihrer individuellen Lebensrealität. 

Dabei ist es uns besonders wichtig, stabile, verlässliche Beziehungen aufzubauen. Nur so können Vertrauen, Sicherheit und Veränderungsbereitschaft gefördert werden, um individuelle Entwicklungsprozesse zu unterstützen. Wir gehen davon aus, dass eine geklärte Wohnsituation die Grundlage für weitere Entwicklungsschritte darstellt. Daher erhalten die Jugendlichen bei uns eine Chance, die gemeinhin nicht als BEW-fähig beschrieben werden.

Um hier eine adäquate Betreuung auch von schwierigsten Jugendhilfefällen zu ermöglichen, halten wir die Möglichkeit bereit, individuelle, bedarfsgerechte und flexible Hilfen umzusetzen. Unser sogenannter „Systemsprenger-Mehrbedarf“ oder Stundensätze, die über das im Trägervertrag fixierte Angebot hinausgehen, werden bei Bedarf mit den Jugendämtern in Form von Einzelvereinbarungen auf den Weg gebracht.

Ambulante Hilfe

§27 i. V. m. §30; §31; §35; §35a;
auch für junge Volljährige auf Grundlage von §41 SGB VIII

Freestyle bietet ambulante Hilfe für Kinder und Jugendliche an. Wir bzw. unser „Team Street“ suchen diese in ihrem Sozialraum auf und begleiten sie. Der Lebensmittelpunkt der Kinder und Jugendlichen kann dabei die Familie oder aber auch die Straße sein. Ziel ist es, die Klientel zu begleiten und zu stützen. Egal, ob es sich dabei um konflikthafte Familien, persönliche Krisen, Trebegang, riskantes Konsumverhalten, Delinquenz oder die immer wiederkehrende Beendigung von stationären Jugendhilfemaßnahmen handelt.

Teamarbeit und die Betreuung der jungen Menschen in Verantwortungsgemeinschaft stehen in Team Street im Mittelpunkt. Dadurch kann flexibler auf die einzelnen Bedarfe der Jugendlichen reagiert werden und gleichzeitig ermöglicht die enge Zusammenarbeit eine höhere Entlastung der MA bei oder nach grenzverletzendem Verhalten der Klienten. Ausschlusskriterien für die Aufnahme von Klient*innen gibt es keine. Die Hilfen werden individuell auf die Bedürfnisse der Klient*innen angepasst und immer wieder neu gedacht.

Inhaltliche Schwerpunkte der ambulanten Hilfen am Standort Street:

  • Jugendliche ohne festen Wohnsitz
  • Akzeptierender Ansatz im Umgang mit Jugendlichen mit exzessivem Konsumverhalten
  • Unterstützung zahlreicher Kriseneinrichtungen sowie der Berliner Notdienste bei hohen Hilfebedarfen
  • Delinquente Jugendliche/auch Begleitung bzw. Besuche in Haft
  • Hoch aggressive Jugendliche (ggf. auch in Begleitung von Securityfachkräften)
  • Jugendliche aus undurchsichtigen Milieus (z. B. Prostitution, Clanfamilien, rituelle/sexualisierte Gewalt)
  • Clearingaufträge in Vorbereitung auf die Aufnahme im BEW
  • Suchaufträge in Berlin vermisster junger Menschen (oft von Jugendämtern außerhalb Berlins)
  • Begleitung spontaner Überleitungen von Klient*innen in Einrichtungen außerhalb Berlins oder ins Ausland
  • Individualmaßnahmen (Reise/mehrtägige Ausflüge/Kurztrips am Wochenende) für systemsprengende Klient*innen entwickeln und durchführen, um Differenzerfahrungen zum Alltag zu ermöglichen

Wohnangebot | Homebase

§ 27 i. V. m. §§ 34 bzw. 35a SGB VIII

Die Homebase Spandau richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren, die in bisherigen Jugendhilfeangeboten ihren Platz noch nicht gefunden haben. Die Zielgruppe umfasst junge Menschen, die aufgrund fehlender Tagesstrukturen, instabiler Wohnverhältnisse oder gescheiterter Hilfemaßnahmen besonderen und komplexen Unterstützungsbedarf aufweisen.
 
Das Angebot verbindet stationäre Übernachtbetreuung mit ambulanten, individuell zugeschnittenen Leistungen und integriert ein tagesstrukturierendes Projekt, das den Alltag der Jugendlichen gezielt unterstützt. Im stationären Setting stehen von 18:00 bis 10:00 Uhr vier intensiv betreute Plätze zur Verfügung, die Sicherheit, Alltagsstruktur und Krisenintervention gewährleisten.
Tagsüber werden die Jugendlichen durch Fachkräfte ambulant begleitet, mit Schwerpunkt auf aufsuchender Arbeit, und erfahren Unterstützung im Alltag und bei psychosozialen Belangen.
 
Zentrale Zielsetzung ist der Aufbau tragfähiger, stabiler Beziehungen zu Bezugspersonen, die Kontinuität, Vertrauen und individuelle Förderung ermöglichen. Die Kombination aus stationärer Sicherheit und flexibler ambulanter Betreuung soll die Jugendlichen Schritt für Schritt zu einer nachhaltigen Stabilisierung und Perspektiventwicklung führen und den Übergang in reguläre oder individuelle Hilfemaßnahmen erleichtern.

Flexible Hilfe

§§34, 35, 35a i.V.m. 41 SGB VIII

Das Team der stationären flexiblen Hilfen richtet sich an Jugendliche ab 15 Jahren, die in besonders schwierigen Lebenssituationen Unterstützung benötigen. Die Hilfe ist auf drei Monate angelegt und kann in Einzelfällen auf bis zu sechs Monate verlängert werden. Während dieser Zeit wohnen die Jugendlichen in einer trägereigenen Wohnung, in der sie Sicherheit, Struktur und intensive Begleitung erfahren.

In der Orientierungsphase wird gemeinsam ermittelt, welche Unterstützung die Jugendlichen benötigen und ob eine Überleitung in ein reguläres BEW möglich ist. Entscheidend sind dabei der Aufbau einer tragfähigen Beziehung und eine gewisse Wohnfähigkeit. Gelingt es, Vertrauen aufzubauen und den Wohnraum zu halten, kann eine Überleitung erfolgen. Gelingt dies nicht sofort, werden in Abstimmung mit dem Jugendamt passende alternative Angebote geprüft. So entsteht eine Brücke zwischen akuter Notlage und einer längerfristigen Perspektive.

Hilfe für Haftentlassene | Projekt Freeways

Unterkunft nach ASOG (Allgemeines Sicherheits- und Ordnungsgesetz)

FreeWays fungiert nach dem Prinzip „Housing First“. Falls sich eine Anschlussunterbringung nach der Haftentlassung im Vorfeld nicht organisieren lässt, greift das Projekt Freeways und bietet unmittelbar nach Entlassung Wohnraum.
 
Bei den angebotenen Wohnungen für die jungen Menschen handelt es sich um zwei Wohnungen mit jeweils zwei Zimmern. Wir bieten Platz für vier Personen. Der jeweils gemeinsame Flur sowie das Bad werden unter den beiden Personen geteilt.
 
Als Beratungszimmer können die anliegenden Büroräumlichkeiten von Freestyle genutzt werden.
Das zuständige Team von Freestyle übernimmt hierbei die Kommunikation sowie Aufgaben bzgl. der Wohnungsangelegenheiten, während das Team Startpunkt von Gangway e.V., mit ihrer Expertise im Beratungs- und Begleitungsangebot für inhaftierte Jugendliche und Heranwachsende, als unserer Kooperationspartner die pädagogische Betreuung der jungen Menschen und die Perspektiventwicklung übernimmt.
 
Da Haftentlassene der Jugendstrafanstalten hohe Rückfallquoten aufweisen, ist ein nahtloser Übergang aus der Haft zurück in das gesellschaftliche Leben von besonderer Bedeutung.
 
Mit dem Projekt Freeways soll eine möglichst stabile Entlassungssituation entstehen, die bestmögliche Bedingungen für ein straffreies Leben schafft, indem sie übergreifende Betreuung in und nach der Haft mit dem direkten Zugang zu Wohnraum vereint.